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comdirect finanzblog award 2013 – Begründung der Jury

Quickborn/Berlin, 7. Mai 2013.
1. Preis: Wirtschaftswurm
Für den „Wirtschaftswurm“ ist die Wirtschaft ein Biotop, in dem er sich offenkundig sehr wohl fühlt. Er frisst die Informationen und Nachrichten, die die Wirtschaft produziert, förmlich auf und legt die Resultate seines gründlichen Verdauungsvorgangs feinsäuberlich im Blog ab.
Dabei setzt sich der Autor durchaus auch kritisch mit den Wirtschaftsmedien auseinander. Die Optik ist bewusst einfach gehalten, die journalistische Handschrift des Autors steht ganz klar im Vordergrund.
Der „Wirtschaftswurm“ ist ein hervorragendes journalistisches Angebot, das relevante Themen aus Wirtschaft und Finanzen aufgreift und auch für Menschen leicht verdaulich macht, die sich nicht täglich mit Börsenkursen oder volkswirtschaftlichen Fragen beschäftigen. So werden in dem Blog zum Beispiel acht Fragen von Oberstufenschülern zur Eurokrise verständlich und ohne Umschweife beantwortet und dieses Thema dadurch auch jungen Menschen zugänglich gemacht.
Der „Wirtschaftswurm“ zeigt, dass Wirtschaft alles Andere als trocken und eine schöne Überraschung ist!

2. Preis: Mr. Market
Der Name des Blogs ist eine Allegorie, die vom berühmten Investor Benjamin Graham 1949 in seinem Buch „The Intelligent Investor“ eingeführt wurde. Bei vielen professionellen Investoren und Tradern hat sich diese Allegorie durchgesetzt, weil sie treffend illustriert, dass der Markt viele der Eigenschaften in sich vereint, die man auch einem labilen, psychotischen Charakter zubilligen würde. „Mr. Market“, der Namenspate des Blogs, ist launenhaft, weiß morgens nicht mehr, was ihm abends wichtig war, und schwankt permanent zwischen Angst und Gier hin und her.
Das Blog selbst hingegen unterliegt keinen Stimmungsschwankungen, die Analysen sind sehr fundiert. Der Autor hat eine klare Meinung wie kaum eine andere Nachrichtensite in Deutschland und betrachtet das Tagesgeschehen an den Börsen aus einer eigenen Perspektive.
Fundierte Analyse und Unterhaltung schließen sich bei „Mr. Market“ nicht aus; der Autor gibt Persönliches von sich preis und gerät gerne auch einmal in einen Plauderton. Die Ansprache ist sympathisch und erfrischend – hier wird Kommunikation „menschlich”. Der Ton ist ein schöner Kontrast zur Sachlichkeit der Themen.

3. Preis: menschen. zahlen.sensationen.
Kaum ein anderes Blog spiegelt die veränderte Medienlandschaft im Bereich Wirtschaft und Finanzen so plastisch wider wie „menschen.zahlen. sensationen.“ Als leitender Redakteur bei der „Financial Times Deutschland“ nutzte Christian Kirchner selbst lange Zeit Blogs als Anregung für seine journalistische Arbeit. Davon motiviert begann er für die FTD im Portal „Wirtschaftswunder” zu bloggen. Mit dem Ende der Zeitung führt Christian Kirchner nun mit einigen (ehemaligen) Kollegen seine Arbeit auf „menschen. zahlen.sensationen.“ privat weiter.
Daher nicht überraschend: Textqualität, Sprache und Inhalte sind hervorragend!
Durch das Blog bleibt den Finanz- und Wirtschaftsinteressierten eine wichtige Sichtweise auf diese Themen erhalten.

Sonderpreis der Jury: Economics Intelligence und Social Banking 2.0
Mit dem Sonderpreis soll ein Weblog ausgezeichnet werden, das im Vergleich zu professionell betriebenen Blogs – wozu etwa die „Ableger“ von Print und TV zählen – über weniger Ressourcen verfügt und dennoch Hervorragendes leistet oder aber in einer bestimmten Hinsicht etwas Besonderes vorzuweisen hat. Letzteres trifft in diesem Jahr gleich auf zwei Blogs zu: „Economics Intelligence“ und „Social Banking 2.0“.
„Economics Intelligence“ ist durch die Zweisprachigkeit eines der ganz wenigen deutschen Blogs, das auch im englischsprachigen Raum Aufmerksamkeit erreicht hat. Olaf Storbeck ist damit zum „Bridge Blogger“ geworden, der aus seinem Land Themen in die globale Öffentlichkeit trägt.
„Social Banking 2.0“ von Lothar Lochmaier fällt im positiven Sinne aus der Reihe. Gern und häufig werden hier Alternativen zum gängigen Bankwesen aufgezeigt. Das Blog hält damit den widerständigen Bloggergeist wach und bietet eine erfrischende Alternative.

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